Kooperation statt Zwangsfusion

CDU begrüßt Aus für Kreisgebietsreform – Redmann bestätigt

Neuruppin. Nach dem Aus für die Kreisgebietsreform fordert CDU Kreischef
Jan Redmann mehr Kooperationen zwischen Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz. „Mit dem Stopp der Reform konnte erheblicher Schaden abgewendet
werden“, sagte Redmann beim Kreisparteitag der CDU am Sonnabend in Neuruppin. Gleichwohl müsse jetzt geschaut werden, in welchen Bereichen
die Verwaltungen der beiden Kreise zusammenarbeiten könnten. „Man muss genau prüfen, wo wenig Auslastung ist und eine Kooperation sinnvoll ist.“
Ähnliche Forderungen hatte die CDU bereits 2014 erhoben. Durch die Diskussion über die Kreisgebietsreform sei wertvolle Zeit verloren worden, so Redmann. Zugleich hätten die Diskussionen über eine mögliche neue Kreisstadt ihre Spuren hinterlassen. „Ich habe Angst, dass die Stimmung gelitten hat“, sagt Redmann. „Wir werden Porzellan kitten müssen.“ Eine Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen sei auch von der Bereitschaft
dazu abhängig. Anfang November hatte Ministerpräsident Dietmar Woidke das Aus für die Kreisgebietsreform verkündet. Rein formal läuft das Volksbegehren gegen die Reform noch bis Februar. Die sich bereits abzeichnende hohe Zustimmung zu dem Begehren, aber auch Zweifel an dem Reformvorhaben innerhalb der SPD selbst hätten schließlich zu dem Aus geführt, sagte Redmann. „In der SPD ist die Basis gekippt.“ Redmann appellierte, jetzt die Entwicklungspotenziale ländlicher Regionen zu entdecken. „Wir müssen den Speckgürtel breiter machen“, so der Wittstocker.
„Andere Metropolen haben viel breitere Speckgürtel.“ Der Zuzug in Neuruppin und Neustadt beweise, wie wichtig gute Zugverbindungen für die Region sind. „Wir brauchen eine Direktanbindung für den RE 6.“ Auch Wittstock könne davon profitieren. Der 37-jährige Redmann war am Sonnabend erneut zum Vorsitzenden der Kreis-CDU gewählt worden. Der Jurist, der zugleich
Landtagsabgeordneter für die östliche Prignitz ist, hatte den Vorsitz 2009 übernommen. Seine Stellvertreter sind auch weiter der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke aus Neuruppin und Sigrid Nau aus Neustadt. Das Amt des Schatzmeisters bleibt bei Nando Strüfing. fh

 

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