Die CDU will Sven Deter als Landrat

Der Chef des Kreisbauernverbandes will sich für Investitionen in Schulen, Straßen, auf den Dörfern und schnelle Bahnanbindungen einsetzen

Neuruppin. Die CDU will, dass Sven Deter der neue Landrat in Ostprignitz-
Ruppin wird und nach acht Jahren Ralf Reinhardt (41, SPD) ablöst. Er wolle die Belange des Landkreises gegenüber dem Land „deutlich“ herausstellen und sagen, „was nötig“ ist. Das fange bei den notwendigen Investitionen für die Schulen in der Region an und höre bei den Straßen auf, sagte Deter gestern bei seiner Präsentation in der Neuruppiner Siechenhauskapelle. Der 42-jährige Landwirt war zuvor am Mittwochabend vom CDU-Kreisvorstand in Wittstock einstimmig nominiert worden. Deter kenne sich als Chef des
Kreisbauernverbandes gut in der Region aus und verfüge über Führungserfahrung, da er seit mehren Jahren auch schon einer der Stellvertreter des Kreistages in Neuruppin sei, sagte CDU-Kreischef Jan
Redmann. Zudem verwies der Landtagsabgeordnete darauf, dass es seit acht Jahren nicht gelungen sei, nur einen Schritt weiter zu einer schnelleren Anbindung des Prignitz-Expresses RE6 ans Berliner Stadtzentrum zu kommen. Dabei sei dies schon mit einer vergleichbar geringen Investition für eine zusätzliche Weiche bei Oranienburg möglich. Das sei zwischen 2020 und 2030 möglich, da die Investition allein auf Brandenburger Territorium beschränkt wäre. Noch einen drauf mit seiner Kritik setzte Sebastian Steineke. „Wir haben den Eindruck, dass in den vergangenen zwei, drei Jahren der
Landkreis nur verwaltet, aber nicht gestaltet wird.“ Das wolle die CDU ändern. Der Neuruppiner Steineke ist nicht allein Bundestagsabgeordneter, sondern zugleich CDU-Fraktionschef im Kreistag.

Deter ist verheiratet und hat vier Töchter im Alter zwischen sieben und 15 Jahren. Der neue Landrat soll am 22. April gewählt werden. Ob neben der SPD und der CDU weitere Parteien oder Gruppierungen einen Kandidaten aufstellen werden, ist noch nicht bekannt. „Es wird mehr als zwei Kandidaten geben“, zeigte sich gestern Freke Over, Fraktionschef der Linken im Kreistag, überzeugt. Denn für seine Fraktion sei noch kein überzeugender Bewerber dabei. Wohl auch deshalb führt die Linke noch „verschiedene“ Gespräche. Auch die bunte Fraktion aus Freien Wählern, Bauern und FDP weiß bislang nicht, ob sie einen Kandidaten nominieren oder aber einen der zwei bereits bekannten Bewerber unterstützen wird. „Wir sind noch nicht so weit. Es gibt auch keine Eile“, sagte Fraktionschef Ralph Bormann. Vermutlich würden die Bauern jedoch ihren Verbandschef Deter unterstützen. Laut Bormann, der Vorsitzender der Wählergruppe Pro Ruppin ist, will Pro Ruppin erst Ende Januar beraten, ob sie einen eigenen Bewerber ins Rennen schickt. Bewerbungsschluss für den
Landratsposten ist der 15. Februar, 12 Uhr. Die Bündnisgrünen wollen nach
derzeitigem Stand keinen eigenen Kandidaten aufstellen. „Wir würden Landrat Ralf Reinhardt unterstützen“, sagte die Kreistagsabgeordnete Anja Wolff.

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