Die Fördergesellschaft Rabs ist derzeit nicht in Gefahr

Das Rheinsberger Unternehmen beschäftigt 125 Beschäftigte, die Kommunen bei ihrer Arbeit helfen – auch Flüchtlinge sind mit an Bord

Rheinsberg. Trotz der sinkenden Zuschüsse des Bundes für den geförderten
Arbeitsmarkt soll die Rheinsberger Arbeitsfördergesellschaft Rabs erhalten bleiben. Das hat gestern der Neuruppiner CDU Bundestagsabgeordnete
Sebastian Steineke bei einem Besuch der Rabs betont. Die Gesellschaft beschäftigt derzeit 125 Frauen und Männer auf dem so genannten zweiten, dem geförderten Arbeitsmarkt in der Region. Diese sind in kommunalen und sozialen Projekten sowie im Umweltbereich tätig. Geschäftsführerin Ute Boehm zeigte sich erfreut über das Bekenntnis von Steineke. Für die Betroffenen sei das Gefühl enorm wichtig, gebraucht zu werden und mit ihrer Arbeit auch Anerkennung zu finden, sagte Boehm. Diese Anerkennung findet Karola Winkler beispielsweise seit September in einem Projekt, bei dem Kuscheltiere als so genannte Einschlafhilfen für Kitas genäht und gerissene Nähte von Kuscheltieren repariert werden. Karola Winkler, die einst als Geflügelzüchterin in Gühlen-Glienicke gearbeitet hat, findet ihre neue Tätigkeit so gut, dass sie sich zum Geburtstag nun selbst eine Nähmaschine für zu Hause wünscht. Auch die Integration von Flüchtlingen ist längst ein Feld der Rabs geworden. Zum einen bietet die Gesellschaft spezielle Kurse an, bei
denen die Teilnehmer über das deutsche Rechts- und Schulsystem aufgeklärt werden und bei denen sie ihre handwerklichen Fähigkeiten testen können. Zudem gibt es ein Projekt, bei dem Flüchtlinge den Rheinsberger Bauhof bei dessen Arbeit unterstützen. „Das sind junge Männer, die hoch motiviert sind,
körperlich zu arbeiten und die eine große Hilfe sind“, sagte Ute Boehm. Positiver Nebeneffekt sei, dass dies auch von den meisten Rheinsbergern so
wahrgenommen werde, sagte die Geschäftsführerin, die seit zwei Jahren die
Rabs leitet. Mehr Unterstützung wünschen sich Boehm und Rabs-Prokuristin Maret Frank, um verstärkt junge Leute ohne Schulabschluss erreichen zu können, denen die Grundsicherung für ihren Lebensunterhalt offenbar ausreicht – und die deshalb keine Lust auf geförderte Projekte haben. „Es ist wichtig, Arbeit zu bezahlen und nicht Arbeitslosigkeit“, sagte Ute Boehm. Dem stimmte Steineke zwar zu. Zugleich verwies der Jurist darauf, dass Sanktionen stets ein schwieriges Thema seien und zudem das Bundesverfassungsgericht entschieden habe, dass das Existenzminimum nicht einfach gesenkt werden könne. Holger Kippenhahn, Bürgermeister
von Heiligengrabe und zugleich Chef der Gesellschafterversammlung der Rabs, geht davon aus, dass Fördergesellschaften, die sich um Menschen kümmern, die nicht oder nur schwer in den Arbeitsmarkt vermittelt werden
können, noch geraume Zeit notwendig sind. Die Rabs sieht Kippenhahn auch trotz der gesunkenen Zuschüsse des Bundes für den zweiten Arbeitsmarkt derzeit nicht in Gefahr. „Erst wenn wir dauerhaft unter 100 Mitarbeiter haben, dann hätten wir ein Problem.“ Heiligengrabe ist neben Rheinsberg
Gesellschafter der Rabs, die Mitte der 1990er Jahre mehr als 500 Mitarbeiter zählte. Damals waren auch der Landkreis sowie Lindow Gesellschafter. Doch diese sind inzwischen ausgestiegen. Der jährliche Zuschuss für die Rabs liegt laut Holger Kippenhahn zwischen 8000 und 20 000 Euro. Die Gesellschafter
tagen nächste Woche.

 

Nach oben