Schulplatz spaltet die Neuruppiner

Nur knappe Mehrheit bei RA-Umfrage für ausnahmsweises Parken

Neuruppin (RA) Das Verhältnis der Neuruppiner zur ihrem Schulplatz ist ein gespaltenes. Schon nach dessen Umgestaltung vor bald 20 Jahren taten
sich viele schwer mit dem neuen Antlitz. Auch was die Nutzung der gepflasterten Fläche betrifft, ist keine klare Linie unter der Einwohnerschaft
zu erkennen. Das offenbart die RA-Umfrage, die sich seit Dienstag drei Tage
lang der Frage widmete, ob der Schulplatz während des Weihnachtsmarktes
Mitte Dezember wenigstens am Wochenende als Parkplatz ausgewiesen werden sollte. 560 Leser beteiligten sich an der Abstimmung. Damit gilt diese zwar noch nicht als repräsentativ, aber zumindest als sehr aussagekräftig.
281 Teilnehmer konnten sich dafür erwärmen, im speziellen Fall das Parken ausnahmsweise auf dem Schulplatz zu gestatten. Mit 50,18 Prozent ist das
eine knappe absolute Mehrheit. Nur knapp dahinter liegt das Lager derer, die meinen, der zentral gelegene Platz sei zu schade, um als Stellfläche zu dienen. 257 Stimmen entfielen auf diese Antwortmöglichkeit, was knapp 46 Prozent entspricht. Relativ viel Rückendeckung also für Neuruppins Baudezernent Arne Krohn. Er hatte am Dienstag erklärt, dass die Stadt ihr Einvernehmen zum Parken auf dem Schulplatz verweigerte. Somit blieb dem Landkreis als Genehmigungsbehörde keine andere Wahl, als den Antrag von
Weihnachtsmarkt-Veranstalter Christian Juhre abzulehnen. Er wollte nicht nur zusätzliche Stellflächen anbieten, wenn sich der Neue Markt vom 14. bis 17. Dezember in eine adventliche Erlebniswelt verwandelt, sondern zugleich eine Brücke zu den Innenstadt-Händlern schlagen. Die waren durchaus angetan
von der Parkplatz-Idee. Für nötige Einweiser wollte die Händlergemeinschaft „Wir, die Innenstadt“, sogar 200 Euro zuschießen. Nur kommt es nach dem Veto aus dem Rathaus nicht dazu.

Das kategorische Nein zum Parken auf dem Schulplatz hat durchaus namhafte Kritiker. So etwa den Neuruppiner CDU-Mann Sebastian Steineke,
der Stadtverordneter, Kreistags und Bundestagsabgeordneter ist. „Ich halte diese Entscheidung für kurzsichtig und falsch. Wir sollten Unternehmern, die etwas auf die Beine stellen wollen, doch helfen und nicht behindern“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Ähnlich sahen es weitere Kommentatoren in dem sozialen Netzwerk. „Diese Nutzung ist zeitlich begrenzt. Wenn ich mich vor allem Neuen verschließe, kann diese Stadt nicht vernünftig wachsen!“, befand etwa Detlef Wiese. Dem hielt Andrea Niwa entgegen, dass auch ein nur temporärer Parkplatz im Zentrum nicht die Lösung sein könne. „An der Ernst-Toller-Straße gibt es eine Freifläche, gegenüber ebenso, vernünftig geplant ergibt es eine gute Parkmöglichkeit“, kommentierte sie. Karin Bickel vom „Wir, die Innenstadt“- Sprecherteam bedauert hingegen die Ablehnung des Rathauses gegenüber Christian Juhres Vorstoß. „Belebung der
Innenstadt kann nicht sein, dass einem ständig Knüppel zwischen die Beine gehauen werden.“ In Zeiten des Online-Shoppings sei längst erkennbar, dass der stationäre Handel im Umbruch ist. „Der Kunde möchte verwöhnt werden. Das nutzt ein Riesen-Platz nichts, wenn er leer bleibt“, so Karin Bickel. Zumindest ausnahmsweise das Parken zu erlauben, hätte sie als Wertschätzung der Gewerbetreibenden aus der Innenstadt empfunden. So geht etwa der Neuruppiner Adventsauftakt „Licht an!“ auf die Geschäfteinhaber aus der City zurück. Bedauerlich sei das Veto der Stadt auch deshalb, weil zu den Gesprächen darüber kein Vertreter der Händlergemeinschaft eingeladen worden sei. Arne Krohn möchte nach eigenem Bekunden lieber dauerhafte als zeitweilige Lösungen zur Parkplatz-Problematik finden. Welche das sind und zu wann diese umgesetzt werden
sollen, behielt der Baudezernent jedoch vorerst für sich. Somit bleibt es einstweilen dabei, dass sich am Neuruppiner Schulplatz die Geister scheiden.

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