Schneller ins Ruppiner Land

Bei Bootstour durch Oranienburg werben Politiker und Touristiker für Reaktivierung von Schleusen

Oranienburg (til) Die CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler und Sebastian Steineke haben am Dienstag in Oranienburg die angeregte Reaktivierung der Friedenthaler Schleuse begrüßt. Durch die Rekonstruktion könnte die Sackgassensituation auf der Oranienburger Havel aufgelöst und die Fahrt in Ruppiner Gewässer um zwei Stunden verkürzt werden. „Wir haben dem Bundesverkehrsministerium bereits mitgeteilt, dass wir die Umsetzung der Oranienburger Vorschläge anregen. Allerdings haben wir
noch keine Antwort erhalten“, sagte Uwe Feiler vor dem Start zur nichtöffentlichen Bootsfahrt, zu der die kreiseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft Winto Vertreter aus Politik, Verwaltung
und Tourismus eingeladen hatte. Oranienburgs Baustadtrat Frank Oltersdorf (SPD) sprach nach der Tour auf den Oranienburger Wasserstaßen von
konstruktiven Gesprächen, die Hoffnung für die Zukunft machen würden.

Um Oranienburg optimal für den Wassertourismus erschließen zu können, müssten neben der Friedenthaler die Sachsenhausener und die Malzer
Schleuse reaktiviert werden. Alle Wehre gehören dem Bund. Dieser plant bisher jedoch nur, die bereits genutzte Pinnower Schleuse zu ertüchtigen. Auf die wiederum könnten die Oranienburger verzichten, weil sie Wassertouristen über den Oranienburger Kanal an der Stadt vorbei in die Ruppiner Gewässer führt. Deshalb hat die Stadtverwaltung unlängst vorgeschlagen, Pinnow zu schließen und stattdessen die Friedenthaler Schleuse zu rekonstruieren. Bootstouristen müssten dann auf dem Weg in die Ruppiner Gewässer die Havel durch die Stadt passieren. Oranienburgs Hafenmeister Hans-Dieter Zander hält das für sinnvoll. „Viele Anleger, die
uns inzwischen aus aller Herren Länder ansteuern, monieren, dass sie hier nicht weiter kommen. Dabei sind es nur ein paar Hundert Meter bis zum Ruppiner Kanal. Über Pinnow dauert schon allein die Fahrt auf die andere
Seite des Schlossparks etwa zwei Stunden.“ Problematisch sei, dass die bislang unüberwindbare Unterbrechung in Friedenthal auf einigen Wasserwanderkarten nicht erkennbar sei. Bei der vierstündigen Rundfahrt
mit einem Schiff der Wasserschutzpolizei wurden die neuralgischen Punkte am Dienstag angefahren. „Für uns Bundestagsabgeordnete war es wichtig,
uns ein eigenes Bild von der Situation zu machen. Vieles kennen wir auch nur aus Karten“, sagte Uwe Feiler. Oltersdorf, der die Situation gut kennt, nutzte die Zeit für Gespräche, die er unter anderem mit einem Vertreter des Bundesverkehrsministeriums führte. Er könne zwar noch keine Details nennen, habe aber den Eindruck gewonnen, dass der Bund zumindest Verständnis für die Oranienburger Vorschläge entwickelt habe. „Das lässt uns hoffen. Wir haben über mögliche Wege gesprochen und uns gegenseitig Hausaufgaben mitgegeben“, so Oltersdorf. An der Marschrichtung habe sich
nichts geändert. Die Stadt verfolge weiter das Ziel, Friedenthal zu reaktivieren und Pinnow zu schließen. Offenbar gut angekommen ist im Berliner Regierungsviertel, dass Oranienburg die kostspielige Wiedereröffnung der Schleusen in Malz und Sachsenhausen,
die eine alternative Umfahrung der stark beanspruchten Lehnitzsschleuse ermöglichen würde, vorerst hintangestellt hat.

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