Weg vom ewig 60-Jährigen

Neuruppiner hoffen für Fontanejahr auf finanzielle Unterstützung durch Bundespolitik

Neuruppin (zig) Noch scheint es sehr viel Zeit zu sein, bis das Fontanejahr 2019 endlich da ist. Doch der erste Eindruck täuscht. Die Vorbereitungen liegen gut im Plan, sagt Neuruppins Kulturmanager Mario Zetzsche.Viele Projekte
laufen bereits an. Langsam wird dadurch auch der komplette finanzielle Bedarf ersichtlich, um alle gewünschten Ideen und Kooperationen umsetzen zu können. Da passte der Besuch von Marco Wanderwitz, kulturpolitischer
Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, gut in den Zeitplan. Denn der Abstecher, der vom Neuruppiner CDU-Bundestagabgeordneten Sebastian Steineke in die Wege geleitet wurde, stand auch im Zeichen der Finanzierung
des Fontanejahres. Eigentlich wäre der Bund dafür nicht grundsätzlich zuständig. Doch gerade die Ausrichtung, Fontane zeitgenössisch präsentieren zu wollen und dabei auch nach Parallelen zur heutigen Welt zu suchen, mache das Projekt möglicherweise auch für die Kulturstiftung des Bundes interessant,
so Wanderwitz. Vielleicht könne im nächsten Bundeshaushalt sogar eine Position zu Unterstützung des Jubiläums geschaffen werden, überlegte er laut. Jubiläen habe es zwar in den jüngeren Vergangenheit – etwa mit der Reformation und der Bauhausthematik – einige gegeben. „Fontane ist aber von
nationaler Bedeutung. Da wollen wir sehen, dass wir auch als Bund unseren Anteil leisten.“ Wanderwitz zeigte sich angetan von der Stadt, vor allem aber vom Stand der umfangreichen Vorbereitungen für das Jubiläum. Der Wunsch der Festjahr-Organisatoren, die Marke Fontane etwas neuer zu gestalten, sei sinnvoll, so der CDU Sprecher. Zetzsche hatte erklärt, dass mit dem neunmonatigen Programm auch das bisherige Bild Fontanes verändert werden
soll – weg vom ewig 60-Jährigen, der er in den Köpfen mancher Menschen noch immer sei. Stattdessen soll gezeigt werden, wie umfangreich das Arbeiten des Schriftstellers war: als Apotheker, Kriegsberichterstatter und
Reiseschriftsteller. So wird unter anderem auf seine Recherchearbeit im Kontext des heutigen Urheberrechts ebenso eingegangen, wie über die Brücke des mit Pflanzen vertrauten Apotheker auf moderne Trends wie „urban
gardening“, bei denen Gärten in Innenstädten entstehen.

 

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