Druckverbände mit Spaßfaktor

Jugendrotkreuz Ostprignitz-Ruppin misst sich am Wochenende in Straubing mit den besten Nachwuchshelfern der Bundesrepublik

Neuruppin. Druckverbände anlegen, Verbrennungen behandeln, Patienten wiederbeleben. Was im Alltag eines Sanitäters harte Realität ist, machen die Mitstreiter des Deutschen Jugendrotkreuzes gerne – allerdings fernab des Ernstfalls. Mehr als 200 Jugendliche und junge Erwachsene messen sich am
kommenden Wochenende im bayerischen Straubing beim jährlichen
Bundeswettbewerb darin, wer am schnellsten und effektivsten helfen kann, wohlgemerkt auf eine spielerische Art und Weise. Unter den Startern der Altersgruppe III, die Jugendliche zwischen 16 und 27 Jahren erfasst, ist auch das Team des Jugendrotkreuzes Ostprignitz-Ruppin. Völlig überraschend hatten sechs junge Leute aus der Region beim brandenburgischen
Landeswettbewerb in Guben im Mai triumphiert und der Mannschaft durch den Sieg das Startrecht für den Bundeswettbewerb gesichert. Das Gubener Siegerteam bestand aus Jugendlichen der Wasserwachten Lindow, Rheinsberg-Zechlin und Neuruppin sowie einer Jugendlichen aus der Bereitschaft Neuruppin. Sechs Jungs und drei Mädels fahren nun an diesem Freitag gen Süden, um sich auf höchster Ebene zu duellieren. Begleitet werden sie von zwei Betreuern und zwei Fahrern. „Wir starten mit wenig Verbissenheit und wollen vor allem Spaß haben“, erklärt Kevin Steddin von der Wasserwacht Rheinsberg-Zechlin, der sich beim Kreisverband des DRK um die Jugendarbeit
kümmert und mit dem Team nach Straubing fährt. Mit dieser lockeren
Herangehensweise sei man schließlich auch in Guben dabei gewesen und habe ganz unerwartet den Wettkampf gewonnen. Der Vorsprung auf die zweitbeste Mannschaft aus der Niederlausitz war knapp: Mit 3075 zu 3037 Punkten setzte sich OPR durch. „Dort mussten wir noch eine Hausaufgabe
vorstellen“, sagte Steddin. „Die entfällt in Straubing.“

In Straubing liegt der Fokus auf einem 5,2 Kilometer langen Parcours durch die Stadt. Der Parcours wartet mit Notfallsituationen auf. Die „Verletzten“ sind zwar nur geschminkt, behandelt werden sollen sie jedoch wie richtige Hilfsbedürftige. Die Fähigkeit, Druckverbände anzulegen, wird ebenso geprüft
wie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung und die stabile Seiten- oder Schocklage. Neben der reinen Ersten Hilfe sind an rund 20 Stationen auch andere Kompetenzen gefragt in den Bereichen „Sport/Spiel“, „Rotkreuzwissen“ und „Kreativität“. Das Motto des Wochenendes in Straubing lautet „Do bin i dahoam“. Die Kollegen vom Bayerischen Jugendrotkreuz haben sich um ein Rahmenprogramm gekümmert. So steht für die Brandenburger Delegation und die anderen Teilnehmer ein Besuch in der Druckerei der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung an, zudem ist eine Besichtigung des 700 Jahre alten Stadtturms geplant. Uli Bertrams, stellvertretende
Bundesleiterin des Deutschen Jugendrotkreuzes, freut sich auf den wichtigsten Wettstreit dieser Art in Deutschland an diesem Wochenende, zu dem insgesamt rund 350 Personen erwartet werden. Bertrams sagt: „Uns ist es
sehr wichtig, jungen Menschen spielerisch das Wissen für den Ernstfall zu vermitteln und sie mit allen Ressourcen auszustatten, die sie brauchen, um ohne Hemmungen jederzeit Erste Hilfe leisten zu können.“ Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke unterstützt das Team übrigens mit einem Satz Wettkampfshirts, den er heute Nachmittag beim Roten Kreuz
Neuruppin an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer überreichen will.

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