Ausschuss stimmt für Neubau

Bürogebäude soll über drei Haushaltsjahre gestreckt sechseinhalb Millionen Euro kosten

Neuruppin (crs) Der Kreis- und Finanzausschuss hat den Neubau eines Bürogebäudes für den Landkreis befürwortet. Es gab am Donnerstagabend neben den Ja-Stimmen nur zwei Enthaltungen der Linkspartei. Der Landkreis will bis 2018 das dreigeschossige Haus bezugsfertig haben. Der Kostenpunkt liegt bei sechseinhalb Millionen Euro. Jeweils eine halbe Million Euro werden in den Haushalten 2017 und 2019 reserviert, der große Rest fürs Baujahr 2018. Im Haus soll unter anderem die Neuruppiner Zweigstelle des Jobcenters unterkommen. Auch das Gesundheitsamt wird dort neue
Büros erhalten. Derzeit sind die Behördenmitarbeiter im Gebäude der ehemaligen Poliklinik untergebracht – gegenüber dem Backsteinbau des Kreises an der Neustädter Straße. Die Räumlichkeiten dort, in die sich der Kreis bei seiner eigenen Klinik-Holding nur eingemietet hat, gelten als zu unpraktisch für Verwaltungsaufgaben. So könnten kaum Beratungsgespräche unter Diskretionsaspekten angeboten werden (RA
berichtete). Bei den Abgeordneten fielen die Vorstellungen des Kreises auf
Gegenliebe. „Der Zustand in der Poliklinik ist nicht hinnehmbar“, sagte CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Sebastian Steineke. Der Betrieb dort sei nur mit Sondergenehmigungen möglich, „mit denen wir uns nach links und rechts hangeln“. Deshalb könne er sich einem Neubau „nur anschließen“. Auch Ralph Bormann (Pro-Ruppin), Chef der gemischten Fraktion, lobte den
Entwurf als „sehr gut“. Das es zu einem Ersatzneubau komme sei nur „zu verständlich“.

Das Gebäude soll ersten Plänen nach direkt an das jetzigen
Backsteingebäude andocken. In den Etagen gibt es etliche kleinere
Büroräume, sodass persönliche Gespräche diskret geführt werden können. Von oben gesehen hat das Haus eine rechteckige U-Form. Das untere Ende
dieses „U“s liegt ans jetzige Gebäude an, die seitliche Streben ragen hinüber zum ehemaligen Gelände der mehrheitlich kreiseigenen Abfallwirtschaftsunion (AWU), die vor einigen Jahren nach Märkisch Linden gezogen ist. Der jetzige Besucher-Parkplatz wird abgeschafft. Künftig soll ein Teil des einstigen AWU-Geländes als Abstellfläche für Fahrzeuge dienen. Ein Teil dieses nun leer stehenden Geländes bleibt aber frei – für „städtebauliche Ergänzungen“, wie es auf dem Erstentwurf heißt. Der Zugang zum Neubau von der Neustädter Straße aus müsste erneuert werden – wohl unter Entfernung mindestens einer der beiden Platanenreihen. Kurios: Dieser Zuweg, das Gebäude selbst und die Zufahrt zu den neuen Parkplätzen auf dem Ex-AWU-Gelände umschließen
komplett ein Privatgrundstück, auf dem ein bewohntes Mehrfamilienhaus steht.

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